Gastfreundschaft am Weg

Pilger sind immer unterwegs zwischen diesen Polen: Gastfreundschaft erfahren und Gastfreundschaft gewähren. Denn wer sich beim Pilgern auf Begegnungen einlässt, lässt sich meist auf „Wegabschnittsgefährten” ein. Eine Zeit lang miteinander das Brot teilen, so einander zum „Compagnon” werden oder zum „Kumpanen”, (aus lat. cum-panis; panis, das Brot) bzw. zum Kumpel.

„Kumpel” ist ein Mensch, der das Brot mit mir teilt, mit dem ich mein Brot teile. Das Brot des Pilgers: Wesentliches miteinander austauschen, auch das kann Brot sein. Brot des Lebens!

Das ist Gastfreundschaft am Weg: Weit mehr als ein Dach über dem Kopf, weit mehr als ein schützendes Zelt in der Wüste. Gastfreundschaft am Weg schafft kleine Gemeinschaften auf Zeit. Gastfreundschaft am Weg schafft Ortschaften der Gottesbegegnung auf Wegen der Menschwerdung füreinander. Gastfreundschaft am Weg erfahren, bedeutet oftmals sich in zwei Rollen erleben: Gast sein und Gastgeber.

© Julia Kohler
Kreuz

Die Jakobsmuschel
Nr 28 • Dezember 2011

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