Zehn —
die Zahl der göttlichen Ordnung
und der Vollkommenheit

Nicht zuletzt durch die 10 Finger unserer Hände ist die Zahl 10 jene, um die sich alles dreht beim Zählen und Rechnen. Zusammengelegt, als betende Hände veranschaulichen sie unseren Beziehung zu Gott und unsere Suche in Einklang mit der göttlichen Ordnung zu leben. Die Zahl 10 ist uns vertraut durch die Zehn Gebote. Juden und Christen kennen sie. Auch Buddhisten kennen zehn Gebote, fünf davon sind für Laien bestimmt und fünf für Mönche. Darüber hinaus weiß man zum Beispiel auch im Islam, dass der Zehnte, ein Zehntel des Einkommens, Gott gehört.

30.12.2000

Vor 10 Jahren, am 30.12.2000 wurde die »Stiftung Haus St. Jakobus - Schwäbische Jakobusgesellschaft« gegründet. Hiermit sollte zum einen der Erhalt des Cursillo-Haus St. Jakobus als einzigartige Pilgerherberge gesichert werden und zum anderen der Betrieb als geistliche Bildungsstätte der besonderen Art auch in Zukunft mitgetragen werden können.

Ein besonderes Haus…

In dem Innehalten und Aufbrechen immer wieder Thema ist. Aber eben nicht nur Thema sondern auch reell erfahrbar ist durch die Pilger, die ins Haus kommen. Sie kommen an um wieder gestärkt aufzubrechen. Sie beschenken diejenigen, die als Hospitaleros oder Hospitaleras mithelfen und sie nehmen etwas mit: Manchmal die Erinnerung an ein Gespräch, an die abendlichen Begegnungen, die Erinnerungen an eine Gebetszeit in der Hauskapelle oder im Oberdischinger „Käppele”, manchmal auch einen Segen, der unter die Haut geht, weil Pilger sich berühren lassen wollen und berührt werden vom Segen Gottes, der ihnen zugesprochen wird.

Eine besondere Jakobusgesellschaft…

So ist die Stiftung »Haus St. Jakobus - Schwäbische Jakobusgesellschaft« auch eine besondere Jakobusgesellschaft: Pilgerausweise ausstellen, beraten, ermutigen, vorbereiten, nach der Rückkehr Pilger begleiten, die spirituellen Dimensionen des Pilgerns erschließen und zur Sprache bringen, die Herberge betreiben, erhalten und profilieren als Haus, in dem Suchende willkommen sind und neue Horizonte für ihr Leben entdecken können. Jenseits aller Konfessionen geschieht hier etwas, was deutlich macht: Christlicher Glaube hält in Bewegung und führt ins Wagnis des Neuaufbruchs.

Insbesondere danke ich den Gründern und Gründerinnen der Stiftung für ihren Mut und ihr Vertrauen in eine Vision. Mein Dank gilt auch den heutigen Mitarbeitenden in Vorstand und Aufsichtsrat: Sie bringen sich dort ehrenhalber mit ganzer Kraft ein und überprüfen immer wieder ihr Handeln im Sinne der Ziele der Stiftung. Den vielen Menschen, die uns tatkräftig helfen, die uns spenden, die uns durch ihre Gebete unterstützen und uns verbunden sind danke ich ebenso — ohne sie wäre das Haus nicht das, was es ist: gastfreundlich, offen, herzlich und auch einfach, still und einladend.

Seit ich am 1.1.2006 als Hausleiterin und Bildungsreferentin begonnen habe hier zu arbeiten, erlebe ich das Haus in der Weiterentwicklung. Jedes Jahr ist anders. Jedes Jahr hat seine eigenen Höhepunkte. Neue Kurse kommen dazu und neue Angebote für Pilger. Im Mittelpunkt ist immer der Mensch, die Begleitung von Menschen durch spirituelle Angebote. Gut, dass auch nach 10 Jahren Stiftung nicht alles vollkommen ist, sondern viel Offenheit da ist für Kommendes, im Sinne von Advent!

© Julia Kohler
Kreuz

Die Jakobsmuschel
Nr 26 • Dezember 2010

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