„Aufbrüche”

Wer alte Gewohnheiten aufgeben kann, erlebt, dass ihm neue Möglichkeiten zuwachsen. So geht es auch dem, der aufbricht, indem er Gewohntes loslässt, und plötzlich Fragen stellt, wo bisher alles selbstverständlich erschien.

Beim Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt können wir so etwas erleben. Nur wenn ich mich letztlich Gott überlasse, darauf vertrauend, dass mein Name in seine Hand eingeschrieben ist, nur dann kann ich loslassen und aufbrechen. Es geht nicht um das alltägliche Weggehen, sondern um den Beginn von etwas Neuem. Um den Aufbruch zu einer neuen Erfahrung.

Wir können uns an solchen Wegkreuzungen unseres Lebens gut in Abraham einfühlen: Er vertraut auf die Verheißung Gottes. Geht los, in das Land, das Gott ihm zeigen wird. Zuerst muss er aufbrechen. Dann zeigt er ihm das Land der Verheißung. (Gen 12,1) Für uns heute kann das bedeuten: Sei offen für das Wagnis, sei nicht kleinlich mit deinem Gottvertrauen. Vertraue auf den Weg Gottes mit dir, denn dieser Weg wird in dir Wandlung bewirken und dir Selbsterkenntnis bringen. Vertraue darauf: Du wirst Haltepunkte finden. Bei Menschen, die einen Wegabschnitt mit dir gehen. An Orten, die für dich zu Räumen des Innehaltens werden. Wenn du aufbrichst und dich auf das Wagnis des Weges einlässt, wirst vielleicht du selbst der Engel sein, den andere beherbergen. Also nimm „Gastfreiheit” an, d.h. sei offen für Begegnungen, denn „Alles wirkliche Leben ist Begegnung”. (M. Buber). Überlassen wir uns vertrauensvoll dem Gott der Überraschung und des Neubeginns.

Auch für uns hier im Cursillo-Haus St. Jakobus gilt das, dessen Träger jetzt eine kirchliche Stiftung, die »Stiftung Haus St Jakobus- Schwäbische Jakobusgesellschaft« ist. Aber es gilt auch für Sie, alle Freunde und Förderer der Stiftung und des Fördervereins. Für alle, die uns aus der Ferne oder aus der näheren Umgebung mit ihrem Gebet unterstützen. Für alle, die hier im - und um das Haus herum - mitarbeiten und immer da sind, wenn wir sie brauchen.

© Julia Kohler
Kreuz

Die Jakobsmuschel
Nr 17 • März 2006

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